Publikumsveranstaltung · Leipzig

28.05.2021 · 18:00
Das verschwundene Leipzig. Das Prinzip Abriss und Neubau in drei Jahrhunderten Stadtentwicklung

Das verschwundene Leipzig dürfte kaum kleiner sein als das existierende. Das liegt nicht in erster Linie an den Kriegszerstörungen, sondern vor allem an dem Prinzip Abriss und Neubau, das sich wie ein roter Faden durch die Leipziger Stadtentwicklung zieht. Leipzig war in verschiedenen Phasen seiner Geschichte eine besonders abrissfreudige Stadt, die sich bereitwillig vom Alten trennte, um Platz für Neues zu schaffen.

Im Laufe der Jahrhunderte wurden immer wieder immense Baumassen für neue Gebäude oder Verkehrsanlagen abgeräumt. In der Rückschau erscheinen die Abbrüche in einigen Fällen als weitsichtige Entscheidungen. Dem Stadtbild kamen sie aber nicht immer zugute. So kann man sich beim Anblick der zerstörten Bauten auf historischen Stichen und Fotografien manchmal die Haare raufen. Wer die Seiten dieses Bandes durchblättert, wird vielleicht an einigen Stellen diese Erfahrung machen.

Die Trauer um Verlorenes steht allerdings nicht im Vordergrund. Vielmehr geht es vor allem darum, anhand der Abrisswellen die Prozesse der Stadtentwicklung, den Wandel städtebaulicher Leitbilder und die Einwirkungen der Politik auf das Stadtbild zu verfolgen – von der Niederlegung der Wallanlagen seit dem 18. Jahrhundert über den großangelegten Stadtumbau in der Kaiserzeit und die Modernisierung in der Zwischenkriegszeit, die Zerstörung jüdischen Bauerbes im Dritten Reich und die modernistische Umgestaltung der Stadt in den Nachkriegsjahrzehnten bis zur Dezimierung der DDR-Architektur in der jüngsten Vergangenheit.

Veranstaltungsort:

online

Referent/innen:

Gespräch mit:
Prof. Dr. Arnold Bartetzky, Autor
Anna Reindl, Autorin
Dr. Ewa Tomicka-Krumrey, Moderatorin
Mehr Info/Anmeldung

Die Veranstaltung wird live auf dem YouTube-Kanal des GWZO gestreamt. Wir bitten um Anmeldung.

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